Die Frankfurter Bürgerinitiative Gemeinsam gegen Einsamkeit – für eine Solidarische Gesellschaft bietet ab Juli 2026 Informations-Webinare an, um ihr Wissen und organisatorisches Know-how rund um die Bekämpfung von Einsamkeit mit Interessenten zu teilen, die Stammtische gegen Einsamkeit nach ihrem Vorbild anbieten wollen. „In den vergangenen Monaten sind die Anfragen stark gestiegen. Viele engagierte Menschen wollen unsere Idee in ihren Städten und Gemeinden nachmachen. Aus unserer Sicht ist es unsere Bürgerpflicht, unser Wissen, die Methodik und unser organisatorisches Know-how zu teilen“, erklärt Beate Zwermann, Sprecherin der Bürgerinitiative. In ersten virtuellen Informationstreffen werde man die Organisation und die Rahmenbedingungen vorstellen und gemeinsam mit den Interessenten ausloten, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. „Wir haben bereits eine ganze Liste von potenziellen „Nach-Machern“ und freuen uns darüber. Gerade deshalb ist es wichtig, diese Aktivitäten zu bündeln, damit uns noch genügend Zeit für unser eigentliches ehrenamtliches Engagement bleibt.“ Interessenten können sich über die Webseite anmelden.
Bürgerinitiative gehört zu den Erstunterzeichnern der Allianz gegen Einsamkeit
Die Bürgerinitiative Gemeinsam gegen Einsamkeit ist in Frankfurt aktiv, aber ihre Strahlkraft in der Öffentlichkeit reicht weit darüber hinaus. Viele der Mitglieder haben in den vergangenen vier Jahren seit der Gründung bei der Aufklärung und Endstigmatisierung von Einsamkeit mitgewirkt, indem sie bereit sind, ihre Geschichte öffentlich in lokalen und überregionalen Medien zu teilen. Das KompetenzNetzEinsamkeit, KNE, hat die Bürgerinitiative deshalb dazu eingeladen, mit zu den Erstunterzeichnern der Allianz gegen Einsamkeit des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zu gehören, die am 22. Juni 2026 bei der KNE-Konferenz gegen Einsamkeit in Berlin vorgestellt wird.
„Wir kommen aus der Praxis. Woche für Woche treffen wir einsame Menschen an inzwischen vier Stammtischen und hören ihre Geschichte. Das ist sehr wertvoll – für die Menschen selbst, für uns als ihre Begleiter und für alle am Stammtisch, die wir viel voneinander lernen“, erzählt Herman Sandel, Mitglied des Orga-Teams. Wichtig sei auch die Glaubwürdigkeit: „Wir sind Bürger für Bürger, Einsame für Einsame und bieten die Sicherheit, Nähe und Kontinuität, die es für die Einsamkeitsbekämpfung dringend braucht.“
Aktionswoche: Einsame laden Bürger an die Stammtische ein
An der Aktionswoche gegen Einsamkeit vom 22. bis zum 28. Juni 2026 beteiligen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative, in dem sie Menschen in ihrem Umfeld zu den Babbel-Nett-Stammtischen per Postkarte einladen. „Der Hausarzt, die Psychologin, der Pfarrer und viele mehr – sie alle sind wichtige Multiplikatoren für unsere Arbeit. Es ist wichtig, dass sie wissen, dass es uns in der Nachbarschaft gibt und aktiv auf uns hinweisen“, erklärt Beate Zwermann. Die Mitglieder erhalten jeweils einen Stapel Karten und seien aufgefordert, mit offen Augen durch ihre Stadtteile zu gehen. „Ich habe auch schon Menschen auf Parkbänken angesprochen und eine Karte in die Hand gedrückt. Viele sind tatsächlich gekommen.“
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